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Press

 

Die Ankündigung war vielversprechend

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Es sind 25 Filme aus 6 europäischen Ländern eingetroffen, die derzeit von einer internationalen Jury bewertet werden.
Der Vorsitzende der Jury ist der weltbekannte Eisenbahnjournalist Bob Symes aus England. Unter seiner Leitung arbeiten die Jurymitglieder aus England, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Ungarn und der Slowakei um die besten Videos auszuwählen.(Presseaussendung)

Der Galaabend inklusive Preisverleihung sollte am 2. September 06 in Bratislava stattfinden...

Als Resüme vorab - eine ambitionierte Veranstaltung, die mit viel Herzblut des Veranstalters Eugen Takacs ins Leben gerufen wurde, in diesem Fall aber Insidern vorbehalten blieb. Die Einladung wies den Zielort Bratislava - Východ und das Eisenbahnmuseum aus. In der Annahme, es müßte sich doch leicht finden lassen, wurde es trotz liebevollster Unterstützung, aufrichtigem Bemühen mit Händen, Füssen und was der Körper noch so zu bieten hat zu kommunizieren, ein etwa 4stündiges Unterfangen, den "Tatort" zu finden.

Obwohl mehrmals mit dem Aufgeben spekulierend, fanden wir ein zu unserem Erstaunen ein wahres Eisenbahnvolksfest. Ein Eisenbahnfest mit historischen Fahrzeugen, historischen Dampfmaschinen und Löschgeräten (für die Kinder ein Gaudium), sowie historischen Uniformen. Teilweise schon erstaunlich, was da so nach dem Krieg im Land verblieben ist ....

Im Rahmen dieses Festes wurde die preisgekrönten Filme gezeigt (Filmliste):

Platz 3 - Detský sen von Filip Januška
Ein Film über den Kindheitstraum "Eisenbahn" und was daraus wird. Er hebt sich von der Machart her von den anderen ab, da er ein Film mit "Schauspielern" ist. Durchinsziniert mit Story. Es wurden auch technisch einige Überlegungen angestellt - Überblendungen, Seuquenzlänge, Bilder an den Musikverlauf angepaßt (wenn auch noch nicht exakt auf den Takt geschnitten). Kurzweilig, interessant, unterhaltsam. Ein Film, der aus meiner Sicht den zweiten Platz verdient hätte.

Platz 2 - By steam through China von Stanislav Navoj Eine Dokumentation der Fahrt durch China. Zeichnet ein recht gutes soziales, kulturelles Bild des Umfeldes der Eisenbahn. Es gibt Einstellungen, die sich wiederholen, die Sequenzen wurden an einander gesetzt - teilweise mit hartem Schnitt, der Verbindungselemente vermissen läßt. Manchmal sind Überblendungen doch wünschenswert und würden auch so manche Sequenz kürzen und dadurch spannender gestalten. Andererseits gibt es ein paar schöne, ungewöhnliche Perspektiven, die uns die Eisenbahn näher bringen. Sicherlich mit mehr Übung ausbaufähig.

Platz 1 - Búcsúzik a 62-es von Attila Moór
Die Begleitung der letzten Fahrt der 62iger. Liebevoll gestaltet. Es ist zu erkennen, dass sich der Attila Moór schon länger mit dem Filmen auseinandersetzt. Es gibt gute perspektivische Aufnahmen, wie zum Beispiel den Blick in den Rückspiegel, der die Sicht nach vorne und rückwärts zur selben Zeit ermöglicht. Mal liegt die Kamera auf den Schienen und der Zug rollt über uns hinweg; mal verlangsamt sich das Tempo des Filmes inklusive Bildfolge um die Mühsal und das Langsamwerden des Fahrzeuges zu unterstreichen. Moór scheint die Technik schon eher zu beherrschen und so sich mehr dem Spiel mit Bildern, Schnitt und Musik hingeben zu können. Sehr vielversprechend.

Bob Symes meinte, die eingereichten Filme würden sich von der Qualität her unterscheiden. Dem kann ich nur zustimmen - vom einfachen Hobbyfilm bis zum etwas anspruchsvolleren, vielleicht schon sendefähigen Produkt waren sie vertreten. In jedem Fall ein Ansporn sich mit den Themen Eisenbahn und Film auch weiterhin auseinander zu setzen.

Anmerkung: für die turbulente Organisation war der Filmfestivalchef nicht zuständig - bleibt zu hoffen, dass es demnächst in Mürzzuschlag doch leichter und besser zu finden sein wird.